Die Formel-1-Teams setzen ihre intensiven Vorbereitungen für die neue Saison fort: Der zweite Tag der offiziellen Vorsaisontests in Bahrain brachte bereits am Vormittag einige Überraschungen – und vor allem beeindruckende Rundenzeiten. Im Mittelpunkt stand Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der nicht nur die Spitze des Zeitenmonitors übernahm, sondern auch mit seiner Konstanz und Präzision einen starken Eindruck bei Fans und Experten hinterließ.
Während die Sonne über dem Wüstenkurs von Sakhir langsam an Kraft gewann, nutzten die Teams die verhältnismäßig kühleren Morgenstunden, um verschiedene Abstimmungsvarianten zu testen. Charles Leclerc drehte mit dem SF-24 eine Bestzeit von 1:31.750 Minuten und setzte damit ein klares Signal an die Konkurrenz. Besonders auffällig war sein souveräner Umgang mit dem Ferrari, der auch auf längeren Runs eine beeindruckende Balance zeigte.
Hinter Leclerc platzierte sich Mercedes-Pilot George Russell, der bewies, dass die Silberpfeile nach einem schwierigen Vorjahr offenbar einen Schritt nach vorn gemacht haben. Der Brite bewegte sich mit 1:32.020 Minuten nur wenige Zehntel hinter dem Ferrari. Die Red Bulls dagegen hielten sich in der Vormittagssession noch etwas zurück und konzentrierten sich verstärkt auf Longruns und die Datensammlung für den Nachmittag.
Sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer auf den Tribünen legte auch das Aston Martin-Team mit Lance Stroll solide Zeiten auf die Strecke. Gleichwohl ließ die Konkurrenz erkennen, dass die Leistungsdichte im Feld weiter zugenommen hat. Innerhalb von nur einer Sekunde lagen zeitweise bis zu acht Fahrer – ein Indiz dafür, dass die neue Saison für äußerst spannende Rennen sorgen dürfte.
Hauptaugenmerk der Teams lag nicht ausschließlich auf schnellen Einzelrunden, sondern vor allem auf der Erprobung diverser Komponenten. Ferrari probierte neben Setupeinstellungen auch verschiedene Reifentypen aus, um für unterschiedliche Streckenbedingungen gewappnet zu sein. Mercedes hingegen testete intensiv das neue Aerodynamikpaket und arbeitete am Feintuning der elektrischen Komponenten.
Red Bulls niedrige Platzierungen im Zeitenmonitor am Vormittag täuschen Experten zufolge über das wahre Potenzial des RB20 hinweg. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Weltmeister Max Verstappen sowie sein Teamkollege Sergio Pérez häufig bewusst Pace herausnehmen, um die Karten erst zum Schlusstag der Testfahrten offen zu legen.
Auch Fernando Alonso, der alte Fuchs im Fahrerlager, zeigte im Aston Martin solide Leistungen und bekundete bei Interviews seine Zuversicht für den Saisonstart. McLaren und Alpine blieben bislang im Mittelfeld – die Entwicklungsarbeit ist in vollem Gange, doch größere Upgrades sind laut Teamangaben erst zum Saisonauftakt geplant.
Die ausgedehnten Testfahrten in Bahrain sind für alle Teams essentiell, um Schwächen frühzeitig zu erkennen und die letzten Optimierungen vor dem ersten Grand Prix vorzunehmen. Insbesondere im Hinblick auf die enge Zeitspanne zwischen den Testtagen und dem Saisonstart zählt jedes gewonnene Datenpaket. Auch Wetterkapriolen wie Wind oder Sandstürme spielen auf der Strecke im Wüstenstaat eine Rolle und erschweren die Vergleichbarkeit mit anderen Kursen.
Fazit: Ferrari scheint sich als früher Favorit für das Qualifying in Bahrain zu empfehlen – doch wie immer bei den Vorsaisontests sind die wahren Kräfteverhältnisse schwer einzuschätzen. Die Konkurrenz schläft jedenfalls nicht, und spätestens im ersten Rennen werden die Karten endgültig auf den Tisch gelegt. Für Fans ist die Spannung nach wie vor riesig: Die Formel 1 2024 verspricht bereits jetzt Hochspannung, packende Duelle und möglicherweise eine engere WM als je zuvor.