Russell überrascht im ersten Training von Shanghai – Antonelli glänzt, McLaren stark
Nach fünf Jahren Pause ist der Formel 1 Grand Prix von China endlich zurück im Kalender – und das in einer besonderen Konstellation, denn auf dem Shanghai International Circuit wird 2024 erstmals ein Sprint-Wochenende ausgetragen. Damit hatten die Teams nur ein einziges Freies Training, um sich auf Qualifying, Sprint und Rennen vorzubereiten. Diese einzige Session erwies sich als äußerst spannend, bot sie doch nicht nur neue Gesichter an der Spitze, sondern auch überraschende Erkenntnisse für das Wochenende.
George Russell im Mercedes setzte mit einer unerwartet starken Runde die Bestzeit und brachte damit die Silberpfeile in eine vielversprechende Ausgangsposition. Besonders bemerkenswert: Mercedes hatte in den internationalen Medien bisher mit unterdurchschnittlicher Pace und Balance-Problemen zu kämpfen – doch Russell schaffte es, bei kühlen Bedingungen und noch geringer Gripentwicklung die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Ob dieser frühe Paukenschlag im Training die Erwartungshaltung verändern wird, bleibt abzuwarten.
Ein weiterer Name, der im Fokus stand, war Andrea Kimi Antonelli. Der 17-jährige Mercedes-Junior durfte erstmals offiziell im Rahmen einer F1-Session ans Steuer greifen und stellte sein Talent umgehend unter Beweis. Mit einer exzellenten Runde schob er sich auf den zweiten Platz und ließ damit nicht nur das Team aufhorchen. Zahlreiche Experten und Fans diskutieren bereits, ob der Youngster der nächste große Stern am Formel 1-Himmel werden könnte.
Auch McLaren überzeugte mit Lando Norris, der auf Rang drei landete. Die Papaya-Equipe bewies zuletzt bereits auf Strecken mit komplexen Kurvenkombinationen ihre Stärke, und anscheinend passt auch das Layout von Shanghai hervorragend zum MCL38. Norris gilt als Geheimfavorit für ein überraschend starkes Sprintergebnis. Teamkollege Oscar Piastri bestätigte die gute Form und platzierte sich solide im Mittelfeld.
Unterdessen verlief das Training für Ferrari und Red Bull etwas ruhiger als gewohnt. Charles Leclerc und Carlos Sainz kamen auf mittlere Plätze, wobei Leclerc von Balanceproblemen in den langsamen Abschnitten sprach. Red Bull demonstrierte zwar passable Konstanz auf den Longruns, verzichtete aber strategisch auf schnelle Zeiten bei niedrigen Tankfüllungen. Verstappen selbst gab an, noch nicht das optimale Setup gefunden zu haben – ein seltener, aber beunruhigender Umstand für die erfolgsverwöhnten Bullen-Fans.
Sehr interessant war auch das Verhalten der Track Limits: In mehreren Kurven wurden Rundenzeiten gestrichen, da zahlreiche Fahrer die Streckenbegrenzungen zu stark ausnutzten. Vor allem im Qualifying und Sprint könnten die Rennleiter diesbezüglich rigoros durchgreifen, was zusätzliche Spannung verspricht.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Performance von Fernando Alonso. Der Altmeister im Aston Martin zeigte, dass mit ihm trotz fortgeschrittenen Alters stets zu rechnen ist. Er lag erneut nur knapp hinter der Spitze – ein weiteres Ausrufezeichen an das gesamte Feld. Williams, Haas und Alfa Romeo blieben derweil im hinteren Drittel und werden am Wochenende womöglich erneut um die letzten WM-Punkte kämpfen müssen.
Die Fans in Shanghai erwartet ein packender Grand Prix mit vielen offenen Fragen: Kann Mercedes mit Russell als Herausforderer agieren? Gelingt Antonelli ein Sensationsauftritt im Sprint? Und wie gut haben Ferrari und Red Bull ihre Karten wirklich gemischt? Das Comeback des China GP verspricht völlig neue Dynamik und bereits das Freie Training bot reichlich Diskussionsstoff für die internationalen Formel 1-Fans!