Charles Leclerc wird beim Spanien-GP nicht mit der neuesten Version der Ferrari-Antriebseinheit ADUO2 antreten, die bereits beim vorherigen Italien-GP in Monza eingeführt wurde. Der Grund dafür liegt in einer sorgfältigen Überprüfung des Motors, der in Leclercs Auto verbaut ist und möglicherweise durch seinen Unfall am Ausgang der Parabolica beschädigt wurde.
Obwohl bei der ersten Untersuchung keine sichtbaren Risse oder Brüche festgestellt wurden, plant Ferrari weitere Röntgenuntersuchungen, um verborgene Schäden auszuschließen. Die strengen FIA-Vorschriften verlangen, dass jeder eingesetzte Motor vollständig und in allen homologierten Komponenten überprüfbar sein muss. Daher verzichtet das Team auf ein Risiko, das die Vorbereitung auf das Rennen beeinträchtigen könnte.
Im Gegensatz dazu wird Lewis Hamilton den neuen ADUO2-Motor wie vorgesehen einsetzen. Der Madring in Madrid, auf dem der Spanien-GP stattfindet, liegt auf einer Höhe von 667 Metern, ähnlich wie der Red Bull Ring. Diese Bedingungen könnten den neuen Motor mit seinem größeren Turbolader begünstigen.
Ferrari will kein unnötiges Risiko eingehen und die Zuverlässigkeit der Antriebseinheit sicherstellen. Leclerc hat zwar die Möglichkeit, bei Bedarf einen zweiten Motor mit dem ADUO2-Update einzusetzen, doch dies würde eine Strafversetzung wegen Überschreitung der erlaubten Motorenanzahl in der Saison nach sich ziehen. Diese Option wird daher nur als letzte Möglichkeit betrachtet.
Die Streckencharakteristik des Madrings erfordert mittelhohe bis hohe aerodynamische Abtriebskräfte und bietet viele Kurven, was dem aktuellen SF-26-Modell entgegenkommen könnte. Gleichzeitig wird das Überholen auf dem Kurs als schwierig eingeschätzt, was eine gute Qualifikation besonders wichtig macht.
Der Verzicht auf das Motor-Update bei Leclerc zeigt, wie sorgfältig Ferrari mit der Antriebseinheit umgeht und wie wichtig die Einhaltung der FIA-Regeln für die Technik ist. Die weiteren Untersuchungen am Motor werden Aufschluss darüber geben, ob und wann Leclerc den ADUO2-Motor einsetzen kann, ohne die Zuverlässigkeit zu gefährden.
Die Entscheidung spiegelt die Priorität wider, die Ferrari auf eine saubere und risikoarme Vorbereitung legt, um die Performance auf der Strecke nicht durch technische Unsicherheiten zu beeinträchtigen. Die Situation unterstreicht die Bedeutung der technischen Überprüfungen und der Regeltreue im Umfeld der Königsklasse des Motorsports.
