Oscar Piastri hat beim zweiten freien Training zum Großen Preis von Japan in Suzuka für eine echte Überraschung gesorgt und damit die bisherige Dominanz von Mercedes in den Trainingssessions durchbrochen. Der australische McLaren-Pilot setzte am Freitag die schnellste Zeit des Tages und unterstrich damit seine aufstrebende Form in dieser Formel 1-Saison. Während Mercedes in FP1 noch das Tempo vorgab, konterte McLaren eindrucksvoll und gab den Fans Hoffnung auf ein hochspannendes Wochenende.
Piastri markierte eine Zeit von 1:34.725 Minuten auf den weichen Reifen und ließ damit beide Mercedes-Fahrer hinter sich. Lewis Hamilton, der Gewinner des ersten Trainings, und sein Teamkollege George Russell mussten sich mit den Plätzen zwei und drei zufriedengeben. Besonders bemerkenswert: Piastris Zeit war nicht nur die schnellste, sondern deutete auch auf das Potenzial des McLaren auf eine Runde in Suzuka hin – einer Strecke, die traditionell eher Red Bull oder Mercedes lag.
Die Session startete unter wechselhaften Bedingungen, da leichte Regenschauer in der Luft lagen und viele Teams zunächst mit der Reifenwahl zögerten. Im Verlauf des Trainings trocknete die Strecke jedoch ab, sodass die Jagd nach schnellen Zeiten auf den Slicks eröffnet werden konnte. Auch Max Verstappen und Sergio Pérez von Red Bull zeigten solide Runden, konnten jedoch mit McLaren und Mercedes an diesem Freitag nicht ganz mithalten.
Neben den Spitzenzeiten rückten auch die Longrun-Programme in den Fokus, da gerade für Suzuka der Reifenabbau stets eine entscheidende Rolle spielt. McLaren überzeugte hier mit konstanter Pace und wenig abbauenden Reifen. Einige Experten spekulieren daher bereits, dass Piastri und Teamkollege Lando Norris im Rennen eine ernste Bedrohung für die üblichen Topteams darstellen könnten.
Ferrari präsentierte sich ebenfalls verbessert, Charles Leclerc fuhr regelmäßig in die Top-5, während Carlos Sainz etwas mit der Abstimmung seines Boliden kämpfte. Aston Martin hingegen sucht weiterhin nach dem Speed der Vorsaison. Fernando Alonso blieb hinter den Erwartungen zurück, und Lance Stroll musste sich gar mit einem Platz im Mittelfeld zufriedengeben.
Das Mittelfeld zeigte sich erneut eng zusammen, insbesondere Alpine bewies mit Pierre Gasly und Esteban Ocon, dass das Team sowohl auf eine schnelle Runde als auch mit hoher Tankladung konkurrenzfähig ist. Williams hingegen hatte mit technischen Problemen zu kämpfen – Alexander Albon verbrachte einen Großteil der Session an der Box, während Logan Sargeant Erfahrung auf der anspruchsvollen Strecke sammelte.
Das Ergebnis des zweiten Trainings sorgt vor allem für Vorfreude auf ein aufregendes Qualifying und ein offenes Rennen. Kann McLaren die Leistung auf eine Runde auch im Qualifying wiederholen? Werden Mercedes und Red Bull im Rennen kontern? Und kann Ferrari den starken Eindruck ausbauen?
Für Oscar Piastri ist die Bestzeit ein starker Motivationsschub und ein Indiz dafür, dass McLaren den nächsten Schritt gemacht hat. Besonders für die Fans bedeutet das: Dieses Rennwochenende in Suzuka verspricht Spannung, Überraschungen und einen offenen Kampf zwischen den Topteams der Formel 1.