Der französische Nachwuchspilot Isack Hadjar hat in der Formel-1-Welt zuletzt für Aufsehen gesorgt. Bei einem Testtag im Red Bull Formel-1-Boliden hatte der junge Fahrer aus der Red Bull Akademie die Gelegenheit, erstmals ausgiebige Runden im Hightech-Rennwagen des österreichischen Topteams zu drehen. Sein Fazit fiel dabei überaus positiv aus – insbesondere, was die Leistungsfähigkeit und Ausdauer des Red Bull-Motors betrifft, zeigte sich der 19-Jährige sichtlich beeindruckt.
Hadjar, der derzeit in der FIA-Formel-2-Meisterschaft für das Team Campos Racing startet, zählt zu den vielversprechendsten Talenten in der Nachwuchsförderung des Red Bull-Konzerns. Im Rahmen des „Young Driver Test“ durfte er erstmals einen aktuellen Red Bull RB19 über den Kurs bewegen. „Ich war wirklich überrascht, wie konstant und kraftvoll sich der Motor anfühlt – das ist etwas, das man aus den kleinen Nachwuchsklassen schlicht nicht kennt“, schwärmte Hadjar nach dem Testtag.
Auch die Anzahl der Runden, die er absolvieren durfte, ging weit über seine Erwartungen hinaus. „Ich hatte vermutet, dass meine Fahrzeit limitiert sein würde, vielleicht so um die 20 oder 30 Runden, aber letztlich durfte ich fast eine Renndistanz am Stück fahren und konnte das Auto und das Team wirklich gut kennenlernen“, berichtete der Franzose, der sich durch diese Erfahrung deutlich weiterentwickelt sieht.
Für Hadjar war das Fahren mit einem aktuellen Formel-1-Auto nicht nur eine technische, sondern auch eine mentale Herausforderung. „Das Tempo, die G-Kräfte und das Vertrauen, das einem das Team schenken muss, sind auf einem ganz anderen Level. Im Vergleich zur Formel 2 merkt man den Performance-Zuwachs auf jeder Geraden und in jeder Kurve – das ist einfach faszinierend“, schilderte er seine Eindrücke. Besonders beeindruckte ihn, wie effizient der Red Bull-Antriebsstrang mit elektronischer Unterstützung und Energierückgewinnung arbeitet. „Du spürst förmlich, dass jede Komponente bis ins Detail auf Leistung optimiert ist.“
Ein weiteres Highlight für den Jungstar: Die Arbeit mit der Weltmeister-Crew rund um Ingenieure, Mechaniker und Datenanalysten. „Das ganze Team war extrem professionell, aber auch total offen. Sie erklärten mir viele Zusammenhänge, die man in der F2 nicht beachtet – wie DRS-Strategien, Fine-Tuning der hybriden Systeme oder die optimale Nutzung der Reifentemperatur“, so Hadjar. Jede Minute sei wertvoll gewesen, um im Austausch mit Experten wie Renningenieur Hugh Bird und Chefingenieur Paul Monaghan Kontakte zu knüpfen und das eigene Verständnis für die modernen Formel-1-Technologien zu vertiefen.
Für viele Fans und Insider gelten derartige Tests als wichtiger Gradmesser im Hinblick auf die zukünftige Formel-1-Karriere der Nachwuchsfahrer. Auch Hadjar weiß um den Wert solcher Erlebnisse: „Es gibt keinen Simulator, der das echte Fahrgefühl und den Arbeitsstil eines Formel-1-Wochenendes ersetzen kann.“ Dass er bei seinem ersten Einsatz auf Anhieb ein fehlerfreies Programm abspulte und mit seiner Herangehensweise überzeugte, wertet das Red Bull Management als gutes Zeichen. Nicht umsonst gilt Hadjar als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für einen zukünftigen Cockpitplatz bei einem der Red-Bull-angehörigen Teams.
Noch ist der Weg in die Königsklasse für den jungen Franzosen jedoch mit einigen Hürden gespickt – allen voran der Gewinn der Superlizenzpunkte durch konstant gute Resultate in der Formel 2. Doch seine jüngste Leistung und das positive Feedback aus der Red Bull-Zentrale haben für zusätzliche Aufmerksamkeit gesorgt. „Ich will aus jeder Chance das Maximum machen“, so Hadjar kämpferisch. Motorsport-Deutschland und die Formel-1-Gemeinde dürfen gespannt sein, ob sie in den kommenden Jahren schon bald einen weiteren neuen Namen aus der Red Bull Talentfabrik im Grid begrüßen dürfen.