Gianpiero Lambiase verlässt Red Bull: Ein Einschnitt für Verstappen und das Team
Die Formel 1 lebt nicht nur von den Stars am Steuer, sondern auch von den unsichtbaren Helden im Hintergrund. Einer von ihnen ist Gianpiero "GP" Lambiase, der langjährige Renningenieur von Max Verstappen bei Red Bull Racing. Jetzt steht fest: Nach der Saison 2028 wird Lambiase das Team verlassen. Damit endet eine der erfolgreichsten Fahrer-Ingenieur-Partnerschaften der modernen F1-Geschichte.
GP Lambiase ist seit 2015 bei Red Bull und übernahm zu Beginn der Saison 2016 die Rolle als Verstappens Renningenieur. Von Anfang an überzeugte er mit klugem strategischen Gespür, technischer Expertise und nicht zuletzt mit seinem trockenen britischen Humor am Funk. Unter seiner Regie fand Verstappen die Ruhe und das Selbstvertrauen, sein enormes Talent auf der Strecke zu entfalten. Das vertrauensvolle Verhältnis zwischen den beiden gilt als Schlüsselfaktor für Verstappens Siege und zahlreiche WM-Titel.
Doch Lambiase ist mehr als nur ein Funkpartner. Er ist der Strippenzieher im Hintergrund, der die komplexen Datenströme überwacht und blitzschnell auf Streckenbedingungen, technische Herausforderungen oder Konkurrenten reagiert. Kein Wunder, dass sein bevorstehender Abschied die Fans und das gesamte Team gleichermaßen bewegt.
Lambiase wird bis zum Ende der Saison 2028 an Bord bleiben – ein letzter Kraftakt in einer ohnehin beispiellosen Karriere. Red Bull-Teamchef Christian Horner betonte jüngst, wie sehr Lambiase während seiner Amtszeit zur Entwicklung des Teams beigetragen hat. Im Paddock munkelt man sogar, dass Lambiase nach seinem Ausscheiden eine beratende Rolle im Motorsport oder bei FIA-Projekten übernehmen könnte.
Für Verstappen stellt Lambiases Weggang einen tiefen Einschnitt dar. Die Beziehung zwischen Fahrer und Renningenieur ist einzigartig; sie basiert auf Vertrauen, Ehrlichkeit und manchmal rauhem, aber ehrlich gemeintem Feedback in brenzligen Rennsituationen. Gerade für einen so leidenschaftlichen Racer wie Verstappen sind die klaren Ansagen des Briten am Funk oft der letzte Impuls, um bis zur Ziellinie alles zu geben.
Die Frage, wer ab 2029 Verstappens neuer Renningenieur wird, ist derzeit noch unbeantwortet. Klar ist aber: Red Bull wird alles daransetzen, Kontinuität und Qualität zu gewährleisten. Es kursieren bereits Namen wie Hugh Bird, der nach seinem erfolgreichen Engagement bei Sergio Perez als potenzieller Nachfolger gilt. Im Fahrerlager wird jedoch fachlich getuschelt, dass Lambiases Erfahrung und sein einzigartiger Kommunikationsstil schwer zu ersetzen sein dürften.
Fans dürfen sich in den kommenden Jahren auf eine Art „Abschiedstour“ von Lambiase freuen. Wahrscheinlich werden einige Funksprüche als wahre Highlights in Erinnerung bleiben – etwa Lambiases witzige Kommentare bei dramatischen Überholmanövern oder das legendäre „Keep pushing, Max!“. Für viele Beobachter ist klar: Auch wenn Talente kommen und gehen, bleiben Figuren wie GP Lambiase als Institution im Gedächtnis der Formel 1.
Ob Red Bull nach 2028 an die Erfolge mit Lambiase anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass der britische Ingenieur nicht nur Verstappen, sondern auch das Team nachhaltig geprägt hat. Und vielleicht hören wir ihn ja in Zukunft in einer neuen Rolle wieder – die Fans würden sich freuen.